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Basso Palta III: Italienisches Kies-Flaggschiff taucht unter 820g

Basso bringt die dritte Generation des Palta mit einem deutlich leichteren Rahmen, T47-Tretlager, Stauraum im Inneren und einer Reifenfreiheit von bis zu 52 mm auf den Markt. Auf dem Papier ein ernstzunehmender Kandidat als Gravel-Allrounder.

Basso lanciert die Palta III, die dritte Generation des italienischen Schotter-Flaggschiffs. Mit einem Rahmengewicht von ca. 820 Gramm (Größe M, unlackiert), einem Wechsel zu offenen Standards und deutlich mehr Reifenfreiheit positioniert die Marke den Palta III als eine einzige Plattform sowohl für schnelle Schotterrennen als auch für längere Abenteuer.

Die wichtigsten Neuerungen auf einen Blick: 18% weniger Luftwiderstand an der Front (laut Basso), ein Innenlager mit T47-Gewinde, SRAM UDH-Kompatibilität, Reifenfreiheit bis zu 52 mm für und 50 mm hinten und ein integriertes Staufach im Unterrohr.

Von 2018 bis jetzt

Das erste Palta kam 2018 auf den Markt, als Gravel noch eine neue Disziplin war. Dieser Rahmen bot Platz für 42-mm-Reifen und war für das sportliche Fahren auf unbefestigten Straßen gedacht. Das Palta II (2021) fügte das Paradigm-Integrationssystem hinzu, verfeinerte die Aerodynamik mit Kamm-Heckrohrprofilen und erhöhte die Reifenfreiheit auf 45 mm.

Das Palta III ist rund 140 g leichter als sein Vorgänger, was einer Reduzierung von fast 15% entspricht. Den Angaben zufolge gehört der Rahmen damit zu den leichteren Gravel-Rahmen auf dem Markt, wie z.B. dem Spezialisiertes S-Works Crux und die Cervélo Áspero-5.

Rahmen und Geometrie

Der Rahmen ist in Italien handgefertigt aus 100% Torayca Hochmodulige Kohlenstofffaser, Eine Mischung aus T800 und T1000 Fasern. Basso setzt die steifsten Fasern im Bereich des Tretlagers und der Kettenstreben ein, um die Kraftübertragung zu erhöhen, während die Vorderseite flexibler gehalten wurde, um mehr Komfort und Kontrolle auf schlechten Straßenbelägen zu gewährleisten.

Die Geometrie wurde überarbeitet. Der Stack ist höher und das Oberrohr hat mehr Slop, mit Blick auf lange Fahrten, während die Geometrie rennorientiert bleibt. Diese zusätzliche Neigung hat einen weiteren Nebeneffekt: eine freiliegende Sattelstütze, die in Kombination mit dem 3B Klemmsystem Gen II sorgt für zusätzliche Dämpfung. Dieses patentierte Klemmsystem verwendet ein internes Elastomer, um Vibrationen zu absorbieren.

Trotz des höheren Stacks bleibt das Palta III in seiner Geometrie näher an einem schnellen Gravel-Racer als an einer entspannten Bikepacking-Plattform.

Offene Standards

Der Übergang zu einem Innenlager mit T47-Gewinde ist auffällig. Während beim Palta II noch ein PressFit 86.5 verwendet wurde, setzt Basso nun auf ein geschraubtes System. Vorteil: geringere Knarrgefahr und einfachere Wartung der Lager, auch für Heimwerker. Die SRAM UDH macht das Schaltauge universell und überall verfügbar.

Der Palta III ist sowohl mit mechanischen als auch mit elektronischen Antrieben in 1x- und 2x-Konfigurationen kompatibel:

Für das Cockpit bietet Basso die Wahl zwischen zwei integrierten Lenkern und einem klassischen Vorbau mit separatem Lenker.

Stauraum und Reifenfreiheit

Neu bei der Palta-Linie ist ein Staufach im Unterrohr, das mit einer Carbonklappe mit Fidlock-Verschluss. Er fasst zwei wasserdichte Taschen für Werkzeug, CO2-Patronen oder ein Tubeless-Plug-Kit. Dies hält den Schwerpunkt niedrig und ermöglicht zusätzlichen Stauraum ohne Satteltasche.

Die von 45 mm auf 52/50 mm vergrößerte Reifenfreiheit macht den Palta III auch auf unebenem Gelände wie Sandstreifen, losem Untergrund und technischem Schotter nutzbar.

Verfügbarkeit

Die Palta III ist ab sofort in drei Farbvarianten erhältlich. Bei Registrierung innerhalb von 30 Tagen bietet Basso eine fünfjährige Garantieverlängerung auf den Rahmen. Preise für Komplettaufbauten wurden noch nicht bekannt gegeben.

Sobald wir einen Palta III in Händen halten, werden wir den Rahmen in der Praxis testen.