Shimano veröffentlicht am 4. Februar die Lage der Nation 2026Bericht, einer groß angelegten Befragung von 25.000 Europäern in 25 Ländern. Die vierte Ausgabe des Jahresberichts zeigt, dass 121 Millionen Europäer aufgrund von Problemen beim Zugang zu Wartung und Reparatur das Radfahren eingestellt haben. In den Niederlanden sinkt das Sicherheitsempfinden der Kinder um 22,7%, was der Bericht weitgehend auf die Zunahme schneller Fatbikes auf den Radwegen zurückführt.
Die Wartungslücke in Zahlen
Insgesamt 212 Millionen Europäer sehen sich bei der Wartung ihres Fahrrads in irgendeiner Form behindert. Die Folgen sind konkret: Mehr als ein Fünftel der Befragten ist auf andere Verkehrsmittel umgestiegen, und 16,4% haben das Radfahren ganz aufgegeben.


Dem Bericht zufolge sind die wichtigsten Hindernisse:
- Kosten20.3% nennt teure Reparaturen als Hauptgrund, weniger mit dem Fahrrad zu fahren.
- Verfügbarkeit15.3% hat kein Fahrradgeschäft in der Nähe oder hat ungünstige Öffnungszeiten.
- Wartezeiten11.8% ärgert sich über die langen Lieferzeiten in der Werkstatt.
- Selber basteln26.9% versucht, die Wartung selbst zu lösen, um diese Hindernisse zu umgehen.
In der Gruppe der 18- bis 24-Jährigen kommt es zu den meisten Störungen. Diese Altersgruppe ist diejenige, die am schnellsten aussteigt, wenn ein Wiedereinstieg €60 Kosten und der Workshop ist für drei Wochen ausgebucht.
Die Niederlande und die Erfahrungen mit der Infrastruktur
Obwohl die Niederlande die höchste Fahrradbesitzrate in Europa haben, gehören sie zusammen mit Belgien und Dänemark zu den sieben Ländern mit der geringsten wahrgenommenen Verbesserung der Infrastruktur. Im Gegensatz dazu berichten Länder mit weniger entwickelten Netzen, wie Spanien (44% Verbesserung) und das Vereinigte Königreich (47%), über erhebliche Fortschritte.
Diese Zahlen deuten darauf hin, dass die Befragten in den Niederlanden relativ kritisch gegenüber Verbesserungen sind, möglicherweise weil das Ausgangsniveau bereits hoch war. Die Tatsache, dass die Niederlande die geringste Differenz zwischen “hatte früher ein Fahrrad” und “besitzt jetzt ein Fahrrad” aufweisen (nur 8,6%), zeigt, dass viele Menschen, die früher ein Fahrrad hatten, auch jetzt noch eines besitzen. Der Bericht enthält keine Angaben darüber, wie sich dies in Zukunft entwickeln könnte.


Kinder, Fatbikes und ein belebter Radweg
Nur 24% der niederländischen Befragten sind der Meinung, dass das Radfahren für Kinder im letzten Jahr sicherer geworden ist. Der Netto-Rückgang von 22,7% ist nach Griechenland der zweitgrößte in ganz Europa. Der Bericht verweist auf den sich verändernden Verkehrsmix auf den niederländischen Radwegen: schwere Fatbikes, schnelle E-Bikes und Motorroller teilen sich zunehmend denselben Raum wie Schulkinder.

Im Vergleich dazu stieg das Sicherheitsempfinden in Polen um 41% und im Vereinigten Königreich um 7,3%, was zum Teil auf getrennte Fahrbahnen und autofreie Stadtviertel zurückzuführen ist.
Der Bericht befasst sich nicht mit den möglichen Auswirkungen auf die niederländische Fahrradkultur auf längere Sicht.
Was der Bericht aussagt und was nicht
Ties van Dijk, Spezialist für Interessenvertretung bei Shimano Europa und Forschungsleiter, nennt die Ergebnisse einen “Weckruf”. Van Dijk zufolge reicht die physische Infrastruktur allein nicht aus: “Wenn die Instandhaltung komplex und teuer bleibt und die nächste Generation sich auf den Straßen unsicher fühlt, riskieren wir, dass die Beteiligung genau zu dem Zeitpunkt zurückgeht, an dem die Gesellschaft eine aktive, nachhaltige Mobilität braucht.”
Der Bericht wurde erstellt von Shimano, die als Komponentenhersteller mit Verkauf, Service und Wartung Geld verdient. Diese Rolle des Auftraggebers ist für die Interpretation der Ergebnisse von Bedeutung.
Der vollständige Bericht ist abrufbar unter bike.shimano.com.

